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Joyn im Test

Ich habe ja vor gut einem Jahr über RCS-e berichtet. In der Zwischenzeit wurde der Dienst (wahrscheinlich aus Marketinggründen) zu „joyn“ umbenannt.

Verfügbarkeit

Joyn ist schon seit längerem bei Vodafone verfügbar und kann im Vodafone-Netz mit einem joyn-fähigen Gerät bzw. bei Andorid-User per App genutzt werden. Seit 3 Tagen (20.03.2013) ist joyn nun auch im Netz der Telekom und eine iPhone-App verfügbar. Grund genug es für mich zu testen.

Funktionsumfang

Zunächsteinmal: Vom Funktionsumfang kann die joyn-App ohne Probleme mit Whatsapp und Co mithalten. Der klassische Chat funktioniert genauso gut wie Bilder und Dateien versenden. Alleinstellungsmerkmal von joyn: Zuschalten von Videotelefonie während eines Telefongespräches. Die Oberfläche am iPhone ist gut strukturiert und bedienbar. Allerdings dauert es manchmal etwas lange, bis z. B. der Chat-Tab geöffnet ist.

Alle Vorteile möchte ich hier nicht noch mal einzeln erläutern. Dazu empfehle ich einfach dieses Video:

Zum Scheitern verurteilt?

Alles in allem ein guter Whatsappkonkurrent, allerdings fehlt noch der Anreiz von Whatsapp zu joyn zu wechseln. Gut, man will meinen der Sicherheits-/Datenschutzfaktor würde ausreichen, aber den meisten Whatsappusern (die jetzt alle nach und nach für den Dienst bezahlen werden) ist das meistens egal. Und um den Dienst zu wechseln, müssen alle meine Leute mit denen ich schreibe auch dort hin wechseln. Bei mir hatten ganze zwei Kontakte bereits joyn installiert. Und dann ist da ja noch Hike…

Whatsapp, Hike und Joyn App-Icons auf dem iPhone

Auch die unsichere Preisstruktur ist für viele ein Grund nicht zu wechseln. Bei der Telekom ist es z. B. so gestaltet, dass man mit joyn kostenlos Dateien und Nachrichten versenden kann, sobald man eine Daten- oder SMS-allnet-Flat besitzt. Mindestens einer der beiden Flats ist normalerweise bei fast allen Smartphone-Tarifen enthalten.

iPhone-Nutzer sind bei der nachinstallierbaren Version von joyn von Vorteil. Hier gibt es nur eine joyn-App, die installiert werden muss. Bei Android ist es so, dass jeder Netzbetreiber seine eigene App in den Marketplace eingestellt hat. So gibt es z. B. joyn by Telekom, joyn by Vodafone und sogar schon joyn by MetroPCS. Inwieweit die Apps miteinander kompatibel sind (joyn by Vodafone App im Telekom Netz und umgekehrt) kann ich nicht sagen. Vielleicht kann das jemand mal ausprobieren und mir darüber berichten (E-Mail oder Kommentar in diesem Beitrag). Und ist es überhaupt nötig, dass jeder Netzbetreiber sein Logo drüber klatscht? Ich fände eine App viel vorteilhafter. Zudem Klagen viele Android-User im Google-Marketplace über kürzere Akkulaufzeiten und vielen Abstürzen. Da sollte dringend nachgebessert werden, denn niemand will eine App, die den Akku frisst.

Fazit

Alles in allem ein guter Gedanke, gerade wenn man die vielen Sicherheitsprobleme von Whatsapp bedenkt. Ich werde die App noch auf meinen iPhone installiert lassen und hoffe, dass noch weitere Nutzer hinzukommen. An sich ein schöner Dienst, leider fehlt für viele Whatsapp-Nutzer der wirkliche Anreiz zu joyn zu wechseln.

Weiterführende Informationen:


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